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Dmexco 2017 – Moritz Garth im Interview zu Digital Relations

Erstellt am: 20. September 2017

Autor: Elena Leichtfuß

Moritz Garth ist seit vier Jahren auf YouTube unterwegs und kann über 21 Millionen Views vorweisen. Mittlerweile ist er bei BitStream Media Lab unter Vertrag. Im Rahmen der Dmexco 2017 lädt das Label zu einem exklusiven Showcase über eine neue Ära deutscher Singer und Songwriter ein – zu der Moritz zweifelsohne gehört. Nun steht er vor mir im YUCA Club in Köln und spricht mit mir über das Spannungsfeld zwischen seiner Rolle als klassischer Musiker und Influencer.

Presse1

Siehst du dich eher als Musiker oder als Influencer?

Ich sehe mich selbst als Musiker, weil ich das von Beginn an gemacht habe und das auch meine große Passion ist. In die Rolle des Influencers bin ich so reingerutscht. Heutzutage hat jeder einen Instagram-Kanal. Es ist zwar kein Muss aber es macht viel Spaß. Ich denke es ist ein Plus bei mir, dass ich meinen Instagram-Kanal aktiv betreibe und nicht nur trocken sage: ‚als Musiker seht ihr mich nur auf meinen Konzerten‘. Ich zeige gern mehr von mir und heutzutage ist es wichtig, dass die Menschen deinen Weg mitverfolgen können. Diese Kombination finde ich persönlich ziemlich cool. Ich würde da auch nicht kategorisch unterscheiden zwischen Musiker und Influencer. Das ist der Zeitgeist gerade.

Verfolgst du die aktuelle Diskussion um Influencer – Stichwort Schleichwerbung?

Ich bin insoweit informiert, dass ich selbst weiß was man rechtlich machen darf. Da bin ich immer gut informiert und das ist mir auch wichtig. Die Fachdiskussion an und für sich verfolge ich nicht. Aber bei dem Endergebnis der Diskussion bin ich immer auf dem neusten Stand. Ich finde das vollkommen in Ordnung, denn wenn man Werbung macht, dann sollte sie auch gekennzeichnet sein.

Wie entscheidest du ob eine Marke zu dir passt?

Das entscheide ich immer spontan. Es gibt zwei Fälle: Entweder werde ich angefragt und dann schaue ich mir an ob ich die Marke cool finde oder ich frage selbst Marken an, die ich richtig feier. Das ist für beide Seiten dann sehr positiv wie ich finde.

Gibt es Kooperationen, die für dich nicht in Frage kommen?              

Bei Alkohol lehne ich ab. In der Vergangenheit gab es da bereits ein paar Anfragen. Aber ich möchte das nicht unterstützen bei der Zielgruppe. Selbstverständlich trinkt jeder mal etwas – was ich vollkommen toleriere – aber ich muss dafür nicht unbedingt Werbung machen. Wenn ich mich selbst nicht mit der Kooperation wohl fühle, merke ich das sehr schnell und dann sage ich gleich ab.

Und wenn du dich mit der Kooperation wohlfühlst, welche Erwartungen hast du dann an die Marke?

Ich erwarte, dass man mir in der kreativen Phase Spielraum lässt. Die Videos oder Postings möchte ich nach meinen Vorstellungen gestalten. Es sind meine Kanäle und das ist mein Ding. Wenn es ein Skript gibt und darauf bestanden wird, dass ich meinen kreativen Spielraum dafür einschränke, dann finde ich das persönlich nicht so gut. Stichpunkte sind selbstverständlich okay aber die Umsetzung mache ich selbst.

Welche No-Gos würden dich denn davon abhalten nochmal mit einer Marke zu kooperieren?

Klare No-Gos können verschiedene Dinge sein, zum Beispiel wenn im Vorfeld etwas abgesprochen wird, was dann aber auf einmal wieder zurückgenommen wird. Für mich ist es wichtig, dass man als Partner agiert und gemeinsam Spaß an der Kooperation hat. So ist der Erfolg für beide Seiten am größten und die Zusammenarbeit soll ja Spaß machen. Daher finde ich es am besten, wenn die vereinbarten Rahmenbedingungen von beiden Seiten eingehalten werden. Dann ist alles easy.

 Danke für deine Zeit und das Gespräch!

 

leichtfuß_swElena Leichtfuß ist Junior Consultant am Standort Frankfurt. Als Teil des Digital Teams ist sie auf Consumer Relations, Social Media-Management und Live-Kommunikation spezialisiert. Sie twittert als @ElenaLeichtfuss.