MSL Notizblog

Es lebe die Brand.

Erstellt am: 16. Februar 2018

Autor: Elisa Tzschoppe

Gary Vaynerchuk, CEO der Digitalagentur Vaynermedia und Marketing-Guru der ersten Stunde, folgt einem einfachen Prinzip: Brand Building statt Sales.

© Adam Jang

© Adam Jang

In Zeiten, in denen die magischen Wort Traffic, ROI, Sales Boost sind, verlieren wir eins immer wieder aus den Augen: den einzelnen User. Ohne hartgesottene Communities aus loyalen Fans, die für die Marke brennen, verschwinden wir in der grauen Menge. Die sozialen Netzwerke geben uns die Chance, in den Austausch mit den Einzelnen zu gehen, als großer Player den vermeintlich Kleineren Gehör zu schenken und Beziehungen aufzubauen.

Die Realität sieht anders aus. Wir zielen auf Umsatz, Abverkauf und Gewinne. Wir kaufen die Stimmen der Meinungsmacher, um Produkte zu platzieren. Wir schalten Ads um große Mengen von potenziellen Käufern zu erreichen. Wir vergessen dabei aber gerne auf diejenigen zu hören, die wir schon für uns gewinnen konnten.

Dass ohne Sales gar keine Brand existieren kann, steht hier nicht zur Frage. Stattdessen soll es ein freundlicher Reminder sein, dass kurzfristige Gewinne das eine, der langfristige Markenaufbau das andere sind. Wer erinnert sich nicht gerne an die Kampagne “Happy To Help” der niederländischen Fluggesellschaft KLM: der Weckruf für die Zuspätkommerin, das Notfalltaxi für den Passvergesser. Sicher, nicht alle können der Klassenprimus sein. Und niemand verlangt, dass jeder Post, Tweet, Kommentar innerhalb einer Reaktionszeit von 30 Sekunden bearbeitet wird. Doch hin und wieder sollten wir uns ins Gedächtnis rufen, dass wir das wertvolle Digitalbudget vielleicht nicht immer auf die Optimierung des TKP legen sollten, sondern den ein oder anderen Taler aus dem goldenen Topf für den Auf- und Ausbau unserer Marke nutzen. Ich denke an den treuen Follower, der über Monate hinweg mit seinen Nachrichten das Herz des Community Managers höher schlagen lässt und jedem Troll das Fürchten lehrt. Ein kleine persönliche Aufmerksamkeit wird das Jahresbudget nicht sprengen.

Auch mit Influencern, unseren treuen Weggefährten, die als digitales Sprachrohr unsere Botschaften transportieren, sollten wir ein persönliches, partnerschaftliches Verhältnis haben. Anstelle alles durch eine Marketingbrille zu betrachten, müssen wir bei Projekten den Aspekt der Beziehung immer im Blick behalten. Instagram betitelt den Vermerk für Instagram Posts, in denen Influencer Werbung machen, als “Bezahlte Partnerschaft”. Lasst uns also nicht vergessen, dass wir am Ende mit Menschen und nicht mit Marketingmaschinen zusammenarbeiten. Wenn wir als vertrauensvolle Partner auftreten, werden wir auf lange Sicht mehr als nur Reach, Awareness und Sales erreichen.

Die Liebe zur Brand können wir nicht einfach kaufen. Sicherlich, mit genügend Mediabudget erzielen wir gewünschte Reichweiten und bekommen immerhin einen kleinen Teil vom Aufmerksamkeitskuchen. Doch erst durch den individuellen Dialog auf Augenhöhe erreichen wir wirkliche Relevanz bei den Followern, Subscribern, Fans und digitalen Meinungsbildnern. Massenhafte, vorgefertigte Kommunikation wird in Zeiten des Individualismus von niemandem mehr akzeptiert. Ein starke Community, in der die Stimme des Einzelnen gehört und verstanden wird, muss das angestrebte Ziel sein, wenn wir uns nachhaltig in den Köpfen platzieren wollen, sowohl on- als auch offline.

Also bitte, zeigt eurer Community etwas Liebe und sie wird eure Brand lieben.

elisa-tzschoppe-foto.256x256Elisa Tzschoppe ist Digital Consultant am Frankfurter Standort von MSL Germany. Ihr Tag bewegt sich im und ums Internet. Beratend steht sie bei Themen zum Social Web zur Seite. Folgen kann man ihr z.B. auf Instagram @elisa.tzschoppe.