MSL Germany Public-Affairs-Umfrage 2015

Politik gewinnt Vertrauen zurück – CDU und FDP mit höchster Wirtschaftskompetenz – Bundeswirtschaftsministerium im Lead bei Digitaler Agenda

Berlin, 18.09.2015

Public-Affairs-Umfrage 2015

Zur Halbzeit der laufenden Legislaturperiode hat die Große Koalition bei den Public-Affairs-Verantwortlichen in Deutschland Boden gut gemacht. Dies geht aus der jährlichen Public-Affairs-Umfrage der Kommunikationsberatung MSL Germany hervor.

Politik gewinnt Vertrauen zurück

Während die Regierungsparteien noch vor einem Jahr in einer Vertrauenskrise steckten, hat sich das Verhältnis zu den Public-Affairs-Verantwortlichen zwei Jahre vor der nächsten Bundestagswahl wieder spürbar verbessert. Dass die Politik ein verlässlicher Partner ist und bleibt, glauben 39 Prozent der Befragten im Vergleich zu lediglich 22 Prozent im Vorjahr. Nur noch 14 Prozent der Befragten glauben, dass die Politik künftig ein weniger verlässlicher Partner sein wird. Besonders die CDU gilt unter den Interessensvertretern als guter Partner. So finden 89 Prozent der Befragten, dass die Zusammenarbeit mit der CDU besonders konstruktiv ist. Auch die Koalitionspartner der Christdemokraten schneiden positiv ab: Die SPD kommt auf einen Wert von 59 Prozent und die CSU bereits etwas abgeschlagen auf 34 Prozent. Die Opposition schneidet deutlich schlechter ab. Die Grünen landen bei 16 Prozent und die Linke bei vier Prozent.

Die höchste Wirtschaftskompetenz wird weiterhin der CDU (48 Prozent) zugesprochen. Die FDP erreicht hier mit 31 Prozent den zweithöchsten Wert, obwohl sie nicht im Bundestag vertreten ist. Die SPD konnte mit einem Anstieg von 12 auf 15 Prozent kaum Boden gegenüber dem Koalitionspartner gut machen.

„Schwarz-Gelb galt bei vielen Lobbyisten als wirtschaftsfreundlich. Bei der Großen Koalition waren sie zunächst skeptisch. Mittlerweile haben sie den Eindruck gewonnen, dass Union und SPD viele Themen konstruktiv angehen“, kommentiert Axel Wallrabenstein, Chairman der MSLGROUP Germany, diese Entwicklung.

Leistung der Regierung positiv bewertet

Mittlerweile bewerten 57 Prozent der Befragten die Leistung der Großen Koalition mit „gut“, gegenüber 43 Prozent im Vorjahr. Zum Höhepunkt der kontroversen Diskussionen um das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP loben Deutschlands Interessenvertreter vor allem die Regierungsarbeit im Bereich Außenhandel: Rund drei Viertel (73 Prozent) der Befragten finden, dass die Bundesregierung hier gute Arbeit leistet. Bei der vorangegangenen Befragung im Jahr 2014 fiel dieser Wert mit 46 Prozent deutlich geringer aus.

Negativ wurde erneut die Arbeit der Opposition im Deutschen Bundestag bewertet: 81 Prozent der Befragten finden, dass die Oppositionsparteien bisher eine „schlechte“ oder gar „sehr schlechte“ Arbeit geleistet haben.

Federführung beim Querschnittsthema Digitale Agenda

Beim Querschnittsthema Digitale Agenda sehen 38 Prozent der Public-Affairs-Verantwortlichen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zukünftig in der Federführung. Im Vorjahr fiel dieser Wert mit 25 Prozent noch deutlich geringer aus. Hier hat vor allem das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur an Boden verloren. Nur noch neun Prozent, und damit elf Prozent weniger als im Jahr 2014, sind überzeugt, dass das Ministerium hier langfristig den Ton angeben wird.

Höhere Investitionen in Public-Affairs-Aktivitäten

In den vergangenen zwölf Monaten haben viele Unternehmen und Verbände ihre Investitionen in Public-Affairs-Aktivitäten erhöht. 39 Prozent der Befragten setzten mehr personelle und 45 Prozent mehr finanzielle Ressourcen ein. Im Vorjahr fielen die Werte mit 24 Prozent bei den personellen und 28 Prozent bei den finanziellen Ressourcen deutlich geringer aus.

Die finanziellen Ressourcen werden oftmals für die Arbeit mit externen Dienstleistern eingesetzt, vor allem für die Zusammenarbeit mit Kommunikationsagenturen, die auch über Public-Affairs-Kompetenz verfügen. Über die Hälfte der Befragten bevorzugt die Zusammenarbeit mit dieser Art von Beratungsunternehmen. Ausschließlich auf Public Affairs spezialisierte Agenturen (13 Prozent), freie Berater (12 Prozent), Unternehmensberatungen (10 Prozent) und Anwaltskanzleien (acht Prozent) sind hier weit abgeschlagen.

Online-Medien wichtigste Informationsquelle am Morgen

Um für die tägliche Public-Affairs-Arbeit informiert zu sein, bleibt den Verantwortlichen morgens oft nur wenig Zeit, sich einen Überblick über die relevanten Themen zu verschaffen. Eine große Mehrheit der Befragten nutzt dafür mehrere Informationsquellen. Am stärksten werden morgens Online-Medien frequentiert: 82 Prozent informieren sich hier. Darüber hinaus gehören Pressespiegel (68 Prozent), Printmedien (63 Prozent) und E-Mail-Newsletter (59 Prozent) zu den wichtigsten Informationskanälen.

Social Web wird für Public Affairs immer wichtiger

Neben den klassischen Instrumenten der Public-Affairs-Arbeit gewinnen Social-Web-Instrumente weiter an Bedeutung, besonders der Kurznachrichtendienst Twitter. Dieser wird mittlerweile von 52 Prozent jener Befragten, die Social-Web-Instrumente für ihre Public-Affairs-Aktivitäten nutzen, eingesetzt. Weit verbreitet ist weiterhin der Einsatz von Facebook (36 Prozent) sowie der Karriereportale Xing (29 Prozent) und LinkedIn (25 Prozent).

Für die 14. Public-Affairs-Umfrage von MSL Germany wurden im Juli und August 2015 über 300 Public-Affairs-Verantwortliche aus Unternehmen und Verbänden befragt. Rund sechzig Antworten gingen in die Auswertung ein.

Die Ergebnisse sind auf SlideShare verfügbar:

Public-Affairs-Umfrage 2015 von MSL Germany from MSL Germany

 

 

Auch die englische Version mit einer Zusammenfassung der Umfrageergebnisse ist auf SlideShare verfügbar:

 

MSL Germany – Public Affairs Survey 2015 (engl.) from MSL Germany