Public-Affairs-Umfrage 2017

Public-Affairs-Verantwortliche bewerten Regierungsarbeit positiv +++ Mehrheit wünscht sich Schwarz-Gelb +++ Deutliche Forderung nach einheitlicher Digitalpolitik

Berlin, 23. Juni 2017

Kurz vor der Bundestagswahl im September fällt die Bewertung der Regierungsarbeit durch die Public-Affairs-Verantwortlichen in Deutschland positiv aus. Dies geht aus unserer 16. jährlichen Public-Affairs-Umfrage hervor.

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Regierung mit gutem Abschlusszeugnis, Opposition durchweg schlecht bewertet

58 Prozent der Befragten bewerten die Regierungsarbeit als „sehr gut“ oder „gut“. Noch vor einem Jahr hatte eine Mehrheit der Public-Affairs-Verantwortlichen der Arbeit der Großen Koalition eine schlechtere Note ausgestellt. Durchweg schlecht wird die Arbeit der Opposition über die gesamte Legislaturperiode hinweg bewertet. Über 80 Prozent der Befragten schätzen die Arbeit der Oppositionsparteien als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ ein.

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Klare Forderung nach einer einheitlichen Digitalpolitik

Als positiv werden insbesondere die Arbeit der Regierungskoalition in den Bereichen Außenhandel (68 Prozent), Steuer- und Finanz-Politik (63 Prozent) sowie Bildung, Forschung, Technologie und Innovation (60 Prozent) bewertet. Deutlich schlechter fällt die Bewertung der Energie- und Netzpolitik aus – über 60 Prozent der Befragten bewerten die Arbeit in den beiden Politikbereichen als „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Entsprechend eindeutig fällt die Beurteilung der aktuellen Digitalpolitik aus: 84 Prozent der Public-Affairs-Verantwortlichen sprechen sich für eine zukünftige Koordination des Themas durch einen Staatsminister im Bundeskanzleramt oder in einem eigenen Digitalministerium aus. Die bestehende Aufgabenteilung zwischen den Bundesministerien befürworten nur 11 Prozent. „Die Unzufriedenheit mit der bestehenden Digitalpolitik und die Forderung nach einer Politik aus einem Guss könnte kaum deutlicher sein“, kommentiert Axel Wallrabenstein, Chairman von MSL Germany.

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Public-Affairs-Verantwortliche wünschen sich Schwarz-Gelb

Für die Bundestagswahl im September rechnen 64 Prozent der Public-Affairs-Manager mit einer Fortsetzung der Großen Koalition. Nach ihrer Wunschkonstellation befragt, sprechen sich jedoch 52 Prozent für Schwarz-Gelb aus. Ein Fünftel der Public-Verantwortlichen wünschen sich eine Schwarz-Grüne Koalition. Nur 14 Prozent hoffen auf eine Fortsetzung der Großen Koalition.

Folgen der Flüchtlingskrise bleiben wichtigstes Thema

Die Prioritäten für die nächste Bundesregierung sehen die Befragten in der Migrations- und Integrationspolitik (49 Prozent), der Digitalen Agenda (47 Prozent), der Bewältigung der Eurokrise (44 Prozent) und den Verhandlungen zum Austritt Englands aus der Europäischen Union (35 Prozent). Die wirtschaftliche Aussicht für das kommende Jahr fällt positiv aus. Lediglich vier Prozent der Public-Affairs-Manager rechnen mit einem wirtschaftlichen Abschwung; 40 Prozent erwarten hingegen einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung. Vor der anstehenden Bundestagswahl suchen zwei Drittel der Public-Affairs-Manager gezielt den Dialog mit den Parteien zu den Inhalten ihrer Wahl- und Regierungsprogramme. 28 Prozent der Public Affairs-Verantwortlichen wartet hingegen die Koalitionsverhandlungen in der neuen Legislaturperiode ab.

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Bedeutung von Digital Public Affairs nimmt weiter zu

Mehr als die Hälfte der Befragten sind im Rahmen ihrer Public-Affairs-Aktivitäten dauerhaft in den Sozialen Medien vertreten. Noch vor vier Jahren lag der Anteil 28 Prozentpunkte niedriger bei lediglich 26 Prozent. Unter den Social-Media-Plattformen zur Kontaktpflege ist Twitter erneut auf Platz Eins (70 Prozent) und bestätigt damit seine kontinuierlich wachsende Beliebtheit unter Public-Affairs-Managern. Weitere beliebte Plattformen sind Facebook (49 Prozent), Xing (35 Prozent) und LinkedIn (30 Prozent). Wichtigstes Instrument der Kontaktpflege bleibt jedoch weiterhin das persönliche Treffen mit politischen Entscheidungsträgern, das für alle Befragten auch im digitalen Zeitalter unabdingbar ist. „An einem Vier-Augen-Gespräch führt auch 2017 noch kein Weg vorbei“, sagt Christoph Moosbauer, Managing Director bei MSL Germany. „Die digitale Public-Affairs-Arbeit hat sich jedoch in den letzten Jahren deutlich professionalisiert und sich als wichtiges Instrument etabliert.“

Für unsere 16. Public-Affairs-Umfrage wurden im April und Mai 2017 über 300 Public-Affairs-Verantwortliche aus Unternehmen und Verbänden befragt. Rund sechzig Antworten gingen in die Auswertung ein.

Die Ergebnisse sind über diesen Slide-Share-Link verfügbar:

Public-Affairs-Umfrage 2017 von MSL Germany von MSL Germany

 

Weitere Informationen zur Public-Affairs-Umfrage gibt es auch hier zum Nachlesen:

WirtschaftsWoche: Lobbyisten wünschen sich Schwarz-Gelb

PR Journal: MSL Germany Public-Affairs-Umfrage 2017: Gute Noten für Regierungsarbeit

politik & kommunikation: Die Mehrheit der Lobbyisten wünscht sich Schwarz-Gelb